Philipp Spitta rät
Philipp Spitta, Lehrer an der Grundschule Kunterbunt in Herne, Mitglied unserer Verkehrswacht und VEMB Fachberater und Landeskoordinator und Beiratsmitglied der LVW NRW hat in der neusten Ausgabe der Zeitschrift „Verkehrswacht aktuell“ ein Editorial „Straßenverkehr für Kinder sicherer machen“ geschrieben:
Mit der Aktion „Brems dich‘ – Schule hat begonnen“ wird zum Schulanfang auf Kinder im Verkehr hingewiesen. Gut so. Diese Achtsamkeit ist allerdings für das ganze Schuljahr nötig In der Grundschule lernen die Kinder Regeln und richtiges Verhalten im Verkehr. Kinder lernen aber besonders durch Vorbilder. Leider sind Erwachsene nicht immer gute Vorbilder. Unsere Städte sind nicht für Kinder gestaltet, sondern für Autos. Parken auf Gehwegen oder zu hohe Geschwindigkeiten werden oft als Kavaliersdelikte abgetan. Der geheime Lehrplan für die Kinder ist hier: Sich an die Regeln halten, ist nicht so wichtig. Ziel muss es also sein, nicht nur die Kinder zu erziehen, sondern dafür zu sorgen, dass der Straßenverkehr so wird, dass er für Kinder sicher ist. Das heißt, dass zugeparkte Schulwege oder zu hohe Geschwindigkeiten nicht toleriert werden. Kommunen müssen dafür sorgen, dass Fuß- und Radwege ausgebaut werden und so sicher sind, dass Kinder nicht mit dem Auto zur Schule
gebracht werden müssen. Da der Platz in unseren Städten begrenzt ist, bedeutet das eine neue Verteilung der Verkehrsflächen zugunsten der schwächeren Verkehrsteilnehmer. Die Verantwortung für einen sicheren und klimafreundlichen Verkehr können wir nicht in der Schule abladen. Hierfür sind Politik und Planungsämter verantwortlich, die nicht nur am Schulanfang für einen kindgerechten, sicheren, klimafreundlichen Straßenverkehr sorgen müssen.